Dezember 2016 & Januar 2017

Erlösung?

„Es war eine Erlösung für sie oder ihn“, höre ich oft in Trauergesprächen, nachdem ein Mensch nach einer schweren Krankheitszeit gestorben ist.
Aber was verstehen wir unter Erlösung? Erlösung wovon? Erlösung wozu?
Die vier großen Erlösungsreligionen Judentum, Christentum, Islam und Buddhismus geben darauf ganz unterschiedliche Antworten.
Im Achtzehnbittengebet beten orthodoxe Juden viermal täglich für das Kommen eines goel, eines Erlösers oder Messias. Erhofft wird eine Verbesserung der Welt durch den von Gott gesandten Erlöser und bezieht sich ganz auf das Diesseits.
„Erlösung“ im Islam meint den zukünftigen Eingang in den Himmel, der Allen verheißen ist, die an den einen Gott und seine Botschaft (Islam) glauben. Aber auch im Islam ist von einem zukünftigen Erlöser die Rede, der Mahdi genannt wird.
Das menschliche Leben im nicht erlösten Zustand wird im Buddhismus als Leiden verstanden, da alle Glück bringenden Erfahrungen nicht dauerhaft sind, sondern ein Ende haben. Dazu bedarf es keines Erlösers, sondern der Mensch kann selbst Befreiung und Erlösung vom Leiden erlangen durch sittliches Handeln, Meditation und Einsicht. Erlösung bedeutet, dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entrinnen.
Das Christentum versteht unter Erlösung das Heilshandeln Gottes zugunsten erlösungsbedürftiger Menschen, die in ihre Sündhaftigkeit verstrickt und verloren sind. Die Lehre von der Erlösung, die Soteriologie, ist seit den christlichen Anfängen zentraler Gegenstand theologischen Denkens. Von Paulus über Augustinus bis zu Martin Luther und den theologischen Diskursen der Gegenwart entwickelten Theologen und Philosophen Denkmodelle, die das Verhältnis von Gott, Mensch und Welt so beschreiben, dass die jeweiligen Zeitgenossen es verstehen konnten und können. Durch die Kraft der Taufe, so formulierte es Augustines, die der Heilstat Jesu am Kreuz entspringt, wird der Mensch von seinen Sünden gereinigt und so in die volle Gemeinschaft mit Gott aufgenommen. Dieses Heilshandeln Gottes, so erkannte es Martin Luther, geschieht „allein durch den Glauben“. Der Mensch kann es nicht erarbeiten oder erkaufen. Es ist und bleibt Gnade, d. h. ein Geschenk Gottes. Jedes noch so brillante theologisch-philosophische Konzept aber bleibt blutleer und leblos, wenn ich es nicht mit meinem Fühlen, meinen inneren Ängsten und Sehnsüchten, meiner individuellen Lebensgeschichte verbinden kann. Und das führt mich wieder zurück zu meinen eigenen Erfahrungen. Zu den intensivsten Begegnungen in den letzten Wochen gehören meine Besuche am Sterbebett einer krebskranken Frau. Sie gilt als austherapiert. Das Krebsgeschwür in ihrem Bauch wächst und wird die inneren Organe in Kürze versagen lassen. Auf der Palliativstation wird sie Tag und Nacht umsorgt von ihrer Familie und dem Pflegepersonal. Die Schmerzen werden ihr genommen so gut es geht.
Wir umarmen uns, schweigen. Sie nimmt meine Hand und erzählt vom Licht, das ihr täglich näher kommt. Sie hat aufgegeben zu kämpfen, zu planen, zu sorgen. Mit ihrer Aufmerksamkeit ist sie ganz im Augenblick. Sie nimmt wahr, was im Moment geschieht – jede Berührung, jedes Wort, die Lieder, die Gebete. Sie spricht von ihrem Glauben, der ein Weg war durch lange Trockenperioden, in denen er fast erlosch, um dann doch wieder neu auszuschlagen und zu grünen. Jetzt fühlt sie sich angekommen, geborgen in den liebenden Armen Gottes, der sie erwartet und der immer schon bei ihr war.
Sie spürt die Essenz des Lebens - eine Liebe und Verbundenheit mit Menschen und mit Gott, die keine Grenzen kennt, auch nicht die des Todes. Und so nimmt sie jeden Augenblick ihres Hierseins als Geschenk wahr.
Die Farbe und den Duft der Blumen, die Musik, die Massage der Füße, die Nähe des Partners und der Familie, Gespräche und Besuche von Freunden. Sie fühlt und lebt Erlösung. Und als ich mich verabschiede, gehe ich beschenkt in mein Leben und in meinen Alltag zurück. Ich kann Erlösung spüren in einer gebrochenen Welt, wenn ich den Augenblick als Geschenk annehme und in Dingen und Menschen das Lächeln Gottes entdecken und fühlen kann.
Der Evangelist Lukas, dessen Weihnachts-geschichte unseren Krippenspielen zugrunde liegt, lädt uns zu dieser adventlichen Erfahrung ein, die zugleich der Wochenspruch für die zweite Adventswoche ist: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ LK 21,28

Adventskonzert

11.12. 17.00 Uhr
Stadtkirche Mutzschen
Adventsmusik im Kerzenschein mit Kirchenchor, Gitarrengruppe und Instrumentalisten aus unseren Gemeinden,
Leitung: Kantorin Astrid Luksch

adventliche Hutzemohmde

„Hutzen“ ist erzgebirgisch und bedeutet in gemütlicher Runde zusammensitzen, Geschichten hören, Singen, Kaffeetrinken, Schnitzen und Klöppeln – wer kann und mag – und das vor allem in der Adventszeit, wenn „ der Rächermoh näbelt und de Pyramett sich dreht“…
Ragewitz: 10.12. 14.00 Uhr
Cannewitz: 13.12. 19.30 Uhr
Fremdiswalde: 14.12. 19.30 Uhr

Epiphaniaswanderung

Sa. 7.1.17 10.00 Mutzschen Epiphanias-wanderung + Andacht
Die Einladung nach Gastewitz für 2017 steht, wo wir nach einem kleinen Imbiss eine Epiphanias-andacht miteinander feiern wollen. Alle Wander- oder Langlauffreunde sind herzlich zu unserer Dreikönigsrunde am 7.1. eingeladen. Je nach Witterung sind wir mit Skiern oder Wanderschuhen unterwegs. Treffpunkt ist in jedem Fall 10 Uhr im Pfarrhaus Mutzschen

Gottesdienste

Fahrdienstverantwortliche:
Mutzschen – Frau Fischäder (Tel. 51471)
Ragewitz - Herr Gewohn (Tel. 034385/52707)
Cannewitz- Herr Hempel (Tel. 034382/42003)
Fremdiswalde –über Pfarramt Mu. (Tel.034385/ 51445)

So. 3.12. 17.00 Cannewitz weihnachtliches Gospelkonzert Gospel Changes e. V.

So. 11.12.
17.00 Stadtkirche Mutzschen Adventsmusik im Kerzenschein mit Kirchenchor, Gitarrengruppe und Instrumentalisten aus unseren Gemeinden

So. 18.12. 10.15 Fremdiswalde Singegottesdienst
24.12. Christvespern mit Krippenspiel
15.00 Ragewitz und Cannewitz
17.00 Mutzschen und Fremdiswalde

1. Christtag Festgottesdienste
9.00 Ragewitz 10.15 Mutzschen

2. Christtag Festgottesdienste
9.00 Cannewitz 10.15 Fremdiswalde

Abendmahlsgottesdienste zum Jahresschluss
31.12.
15.00 Ragewitz 16.30 Fremdiswalde

Sa. 7.1.17 10.00 Mutzschen Epiphanias-wanderung + Andacht

So. 8.1. 17.00 Stadtkirche Mutzschen Neujahrskonzert mit „Tiefes Blech“, Berlin

So. 15.1. 10.15 Ragewitz

Kreise und Gruppen

Bibelstunde/Landeskirchliche Gemeinschaft Mutzschen dienstags 17.00

Vorschulkreise:
Donnerstag: 14.45-15.15 Kita Mutzschen
Donnerstag: 9.00 - 9.30 Fremdiswalde
Mittwoch: 8.30 – 9.00 in Cannewitz

Kinderkirche:
Fremdiswalde: Donnerstag 16.00-17.00 (Kl. 1-6)
freitags 14.30 in Mutzschen. (Kl. 1-6)
Miniclub: Cannewitz 27.1. v. 10-11.30

Frauen – und Gesprächskreise und Gesprächskreis 30 + :
Herzliche Einladung zur Adventsfeier 14.12. 19.30 Fremdiswalde

Seniorenkreise: Herzliche Einladungen zur Adventsfeier
10.12. 14.00 Ragewitz und
14.12. 19.30 Fremdiswalde

Frauen- u. Gesprächskreis: Herzliche Einladung zur Adventsfeier 10.12. 14.00 Ragewitz

Frauendienst: Pfarrhaus Fremdiswalde jeden 1. Freitag im Monat, 17.00 Uhr

Konfer + Krippenspielproben: in Mutzschen
10.11.; 17.11. 24.11.; 1.12.; 8.12.; 15.12.

Junge Gemeinde: Pfarrhaus Mutzschen, montags ab 18.30 Uhr JG-Bandprobe ab 19.00

Musik

Samba & more für alle rhythmusinteressierten Erwachsenen: 5.12. + 9.1. Neujahrstrommeln
je 19.30 Uhr Pfarrhaus Mutzschen

Trommelkurs für Menschen mit u. ohne Behinderung/Mutzschen: nach Absprache
Jugendband: montags 19.00 Pfarrhaus Mutzschen

Chor: dienstags, 19.30 nach Absprache im
Pfarrhaus Mutzschen

Kurrende/Kinderchor: Do. 17.00 in Fremdiswalde

Pfarrbüro Mutzschen 034385/51445, www.kirche-mutzschen.de
Henning.olschowsky@gmx.de
www.kirche-im-leipziger-land.de